Das Vogelschießen hat in Rehhorst eine lange Tradition. Eine erste Erwähnung findet sich im Oldesloer Landboten vom 17. Juni 1888:

Bis 1967 war das Kinderfest ausschließlich in der Hand der Dorfschulen. Berichte finden sich daher auch in den Chroniken der Schulen Das änderte sich mit der Eröffnung der Dörfergemeinschaftsschule in Zarpen. In Rehhorst hatte man schon auf der letzten Elternversammlung der Rehhorster Schule beschlossen das Kinderfest auf jeden Fall in der bisherigen Form weiterhin am ersten Samstag der Sommerferien durchzuführen. Erst Ende der 1990er-Jahre ging man dazu über, das Fest auf einen Samstag vor Ferienbeginn zu verlegen.
Jetzt waren die Dörfer selbst für die Durchführung verantwortlich und in Rehhorst nahm der letzte Rehhorster Lehrer Rudolf Westphal mit Unterstützung seiner Frau und Frau Schneider, Frau Küssner sowie Herrn von Byern die Organisation in die Hand. Es war aber versicherungstechnisch noch immer eine Veranstaltung der Schule, deshalb war bis 1995 immer ein Lehrer der Schule dabei, erst Herr Westphal, dann Herr Thalus und zuletzt über viele Jahre Frau Raab. 1985 stand das Kinderfest auf unsicheren Beinen, da die Schule die Versicherung nicht mehr übernahm. Hier sprang die Gemeinde Rehhorst ein, so dass der Fortgang des Festes gesichert war. 1967 fand also das erste Vogelschießen in Eigenregie statt und zwar in genau den Abläufen, die Lehrer Westphal mit dem ersten Fest nach dem Krieg 1949 eingeführt hatte. Unter anderem hatte er die traditionellen Spiele um sportliche Wettkämpfe erweitert. Bis auf einige wenige Änderungen wird das Kinderfest noch heute genauso durchgeführt.
Das Fest fand bis zum Ende der 1990er-Jahre immer am ersten Sonnabend der Sommerferien statt, damit auch die Schüler auswärtiger Schulen daran teilnehmen konnten, denn früher war auch noch samstags Schule. Das Vogelschießen beginnt noch heute morgens um acht Uhr mit dem großen Festumzug durch das geschmückte Dorf, der in den ersten Jahren von einer Dreimann-Kapelle angeführt wurde, die auch den Kindertanz am Nachmittag und abends den Festball musikalisch begleitete. Unter dem Vorsitz von Willi Feddern wurden ab 1979 Spielmannszüge engagiert, die auch während der Wettkämpfe aufspielen. Seit 2011 ist es der Spielmannszug aus Bad Schwartau. Mit diesem Umzug werden auch die Könige und Königinnen des Vorjahres noch einmal geehrt, die in einer geschmückten Kutsche durch das Dorf gefahren werden. Die Mädchen folgen mit Blumenbögen- und Stöcken, die Jungen auf geschmückten Fahrrädern.
Der Umzug durch das Dorf 1978 und 2012
Die Spiele finden auf dem Sportplatz statt. Bei schlechtem Wetter gab es immer einen Ausweichplan, d.h. die Wettbewerbe wurden teilweise gekürzt und fanden auf dem Saal der Gaststätte „Zur Eiche”, in verschiedenen Scheunen und Garagen statt. Heute stehen die große Halle der Familie Poppinga, das Festzelt und das Gemeinschaftshaus zur Verfügung.
Der Festumzug endet auf dem Sportplatz und dort beginnen die Wettkämpfe, um die neuen Könige und Königinnen zu ermitteln. Die Kinder nehmen in zwei Altersgruppen an den verschiedensten Spielen teil. Diese Spiele wechseln von Jahr zu Jahr, aber immer findet für die älteren Kinder das Luftgewehrschießen statt und die kleineren Jungen veranstalten ein „Ringreiten” auf ihren geschmückten Fahrrädern. Die Mädchen messen sich im „Taubenpicken”. Um die Vielfalt der Spiele zu gewährleisten, sind Gerda und Willi Feddern durch die Dörfer gefahren, um auf anderen Festen neue Ideen zu sammeln. Seit den 1980er nehmen auch die Vorschulkinder an den Wettspielen teil, allerdings wird hier nicht um Königswürden gekämpft.
Kinder bei „Ringreiten” und Wasserspielen
Stehen die Sieger fest, werden sie gefeiert, indem man sie zuerst zu Akkordeonmusik „Hoch leben lässt” und sie in die Luft wirft. Dann geht es an die Verteilung der schönen Geschenke und bis 2012 wurden danach die Sieger in Begleitung aller Festteilnehmer feierlich nach Hause gefahren.
Friederike Reher wird als Königin 1993 nach Hause gebracht.
Oft dauerte dieses Heimbringen sehr lange, denn auch die Gewinner aus Pöhls, Willendorf, Voßkaten und Neukoppel wurden nach Hause begleitet. Selbstverständlich waren auch diese Ortsteile immer festlich geschmückt.
Bei einem Gewinner angekommen, bekamen die Kinder ein Eis, Süßigkeiten und ein Getränk, die Erwachsenen oft Bier und Schnaps. Seit 2013 werden die Könige und Königinnen auf dem Sportplatz geehrt und nicht mehr nach Haus gefahren, da man zu der Ansicht gelangt war, dass es heutzutage nicht mehr zu verantworten ist, die Kinder mit dem Auto nach Hause zu fahren und Alkohol auszuschenken. Diese Regelung hat auch den Vorteil, dass man nicht mehr in Zeitnot gerät, um pünktlich um 15.00 Uhr beim Kindertanz im Festzelt zu sein.
Bis 1991 fanden sowohl der Kindertanz als auch der abendliche Festball auf dem Saal der Gaststätte „Zur Eiche” statt. Seitdem wird mit Hilfe der Feuerwehren und freiwilliger Helfer ein Zelt auf dem Sportplatz aufgebaut.
Die Polonäse eröffnet den Kindertanz, hier 1992

Wie seit vielen Jahrzehnten üblich, beginnt der Kindertanz mit einer Polonäse, die am Freitag vor dem Fest von allen Kindern eingeübt wird. Danach gibt es Kaffee und Kuchen für alle. Solange die Feier in der Gaststätte „Zur Eiche” stattfand, wurde für die Kinder eine richtige Kuchentafel aufgebaut – bei schönem Wetter draußen, sonst auf dem Saal. Schon immer bestand die Tafel aus gespendetem Kuchen – und das ist noch heute so. Danach beginnt der Kindertanz, angeführt von den Königen und Königinnen. Spielte früher die Kapelle auf, so ist es seit 1990 bis 2012 „Meyer‘s rollende Diskothek” und jetzt Frank Naujoks. Der Kindertanz endet auch heute noch mit dem gemeinsamen Singen des Liedes „Kein schöner Land”. Dann haben die Erwachsenen kurz Zeit, sich auf den abendlichen Festball vorzubereiten.
Das ganze Fest wäre ohne den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer nicht möglich. Der Festausschuss setzt sich aus Männern und Frauen zusammen, die viel Zeit und Arbeit aufwenden, um den Tag für die Kinder zu einem Erlebnis zu machen. Lange vor dem Vogelschießen ziehen Frauen durch die Dorfteile und sammeln Spenden für die Geschenke und Zusagen für Kuchenspenden. Bei einigen Sammlern sind auch schon die Kinder nachgerückt, z.B. bei Familie Drewing und Familie Meyer. Dann übernehmen Mütter aus dem Festausschuss den Einkauf der Geschenke, oft in Begleitung von älteren Kindern, um die neuesten „Renner” auf dem Geschenketisch zu haben. Viele Mütter und Väter sind über viele Jahre hinweg aktiv – Gerda Feddern 27 Jahre, Irma Fischer 21 Jahre und Renate Eggert 13 Jahre. Über allem aber sind die Fäden für die gesamte Organisation des Kinderfestes in den Händen der Vorsitzenden des Festausschusses.
Diese sind:
Zum Abschluss ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit schrieb Elke Löwe:

Seit 2010 ist Carmen Bleß Vorsitzende.
Auch der jetzige Festausschuss hält an der Tradition fest und möchte allen Kindern einen schönen Tag bereiten. 1996 nahmen 170 Kinder am Vogelschießen teil, davon 50 Vorschulkinder – die Zahl der Kinder ist seitdem geringer geworden. 2013 nahmen 95 am Fest teil und 2014 waren es weniger als 90. Die Hoffnung aller ist es, dass dieses letzte stattfindende Fest für die Dorfbevölkerung noch lange Bestand hat.