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News-Ticker

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Freiwillige Feuerwehr Rehhorst

Einsatz beim Kindervogelschießen

 

 

Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit 31.03.1890.

2002 wurde nach 112 Jahren das Jubiläum groß gefeiert. 

 

Adresse: Up'n Knust 26, 23619 Rehhorst

 

Abteilungen der Feuerwehr

Jugendfeuerwehr (ab 10 Jahren)

  • Aktive Sparte (ab 18 Jahren)

  • Reservisten (ab 50 Jahren zulässig)

  • Ehrenmitglieder (ab 60 Jahren zulässig)

  • Fördernde Mitglieder (unterstützen die Feuerwehr finanziell)

     

Bei Interesse an der Jugendfeuerwehr, aktivem Dienst und/oder als förderndes Mitglied - gern unter den aufgeführten Kontaktinformationen melden.

Allgemeine Informationen

Aktuell (2025) freuen wir uns über 40 Mitglieder.

 

  • Jugendabteilung = 3

  • Aktiver Dienst    = 27

  • Ehrenabteilung   = 10

 

 

Das Fahrzeug: TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser)

Funkrufname: 12-41-01

 

Ausstattung:

  • Tragkraftspritze (TS): tragbare Feuerlöschpumpe für die Brandbekämpfung

  • Löschwasserbehälter (750 Liter): eingebauter Wassertank, der mit der TS verbunden ist

  • Schnellangriffseinrichtung: fest montierter Schlauch für den schnellen Zugriff auf Löschwasser

  • Feuerlöscher

  • 4 PA Geräte (Pressluftatmer für unsere Atemschutzgeräteträger)

  • Notstromaggregat

  • uvm

 

 Fahrzeuginneres 

Geschichte

Nachdem in Rehhorst im April 1870 durch einen Großbrand 27 Gebäude zerstört und 22 Familien obdachlos wurden, entschloss man sich, so ein Unglück in Zukunft zu verhindern, indem man Spritzenmannschaften bildete, denen ein Spritzenkommandant vorstand. Der erste bekannte war der Hufner Friedrich Grimm, ihm folgten Hufner Meno Kiene und Gastwirt Johann Wilken. Diese Löschzüge sollten gemeinsam mit Willendorf und Pöhls große Feuer löschen. Allerdings war es wohl nicht immer einfach sich wegen der entstehenden Kosten zu einigen. Hinsichtlich einer gemeinschaftlichen Spritzenmannschaft wurden 1881 Gespräche geführt von den Ortsvorstehern Meyer Rehhorst, Jaacks Pöhls und Dunker Willendorf, die nicht von Erfolg waren. Auch wurden in Rehhorst zusätzliche Nachtwachen eingesetzt, da es in den Jahren nach dem großen Brand immer wieder zu Brandstiftungen kam. Sogar eine Belohnung wurde ausgesetzt. Durch eine Polizeiverordnung aus dem Jahr 1889 wurden alle Gemeinden „auf dem platten Land” verpflichtet Brandwehren zu gründen. Die Bildung verzögerte sich jedoch noch – auch aufgrund der Vorurteile in der Bevölkerung, die Neuerungen nicht immer aufgeschlossen gegenüberstand. In Rehhorst war bereits auf Vorschlag des Gemeindevorstehers ein Brandmeister, der Hufner Gustav Lienau, gewählt worden. Oberbrandmeister wurde der Amtsvorsteher Wilken. Erst im Januar 1890 wurde nach einer Versammlung in Reinfeld die Freiwillige Feuerwehr in Rehhorst gegründet – ausgestattet mit den vorgeschriebenen Gerätschaften (Handdruckspritze, Leitern, Feuerhaken- und Patschen) und Uniformen.

In Pöhls und Willendorf blieb es bei einem gemeinsamen Löschverband (Brandwehr), dessen Löschmeister 1895 der Hufner Coring war. Aus den Protokollen geht hervor, dass weiterhin gemeinsame Brandübungen durchgeführt wurden. Diese Übungen dienten dazu, einen geordneten Ablauf während eines Brandes zu gewährleisten, denn mit den geringen vorhandenen Mitteln ließ sich ein völliger Verlust eines Gebäudes selten verhindern. Vielmehr war es wichtig, Nebengebäude vor Funkenflug zu schützen und Mensch und Tier zu retten. Wenn irgend möglich versuchte man die Möbel und den Hausrat zu bergen.

Mit der Gründung der Feuerwehr hielt auch die Tradition der Feuerwehrbälle Einzug. Gefeiert wurde im Wechsel in den Gasthäusern „Zur Eiche”, „Zur Post” und „Waldesruh” in Voßkaten.

Der Eintritt betrug „0,50 M, eine Dame frei, Nichtmitglieder 1,00 M”.

Die folgenden Jahre verliefen ohne besondere Ereignisse, abgesehen von den Brandeinsätzen. 1912 leistete man sich neue Röcke, Helme sowie Gurte. Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges wurden elf Mitglieder, also fast die Hälfte der Männer, eingezogen. Man führte trotzdem weiterhin Übungen durch, und weitere Mitglieder mussten einrücken. Von 1916 bis 1919 ruhten die Aktivitäten der Wehr fast völlig.

Nach diesem Krieg ist 1919 die erste Protokolleintragung ein Nachruf auf den verstorbenen Hauptmann Emil Meyer. Sein Nachfolger wird Rudolf David. In diesem Jahr übernimmt der Malermeister Behrens die Leitung des 1898 gegründeten Trommler- und Pfeifenchors. Er hatte schon zuvor die Organisation und Leitung der Theatergruppe inne. Zu jedem Feuerwehrball wurde ein neues Stück einstudiert.

Ab 1920 hat auch die Feuerwehr mit der Inflation zu kämpfen und beschließt in der Folge Gelder nach Bedarf zu sammeln. 1924 erhält das Gerätehaus elektrische Beleuchtung, 1929 wird der Beitritt zur Sterbekasse beschlossen.

In Rehhorst kam es im Januar 1933 zu einem Brand auf dem Hof der Familie Grube. Das Strohdachgebäude brannte völlig nieder. Wohl auch, weil die schon vor der Gründung vorhandene Handdruckspritze total versagte. Diese durch Muskelkraft betriebene Spritze wurde im April desselben Jahres durch eine neue Tragkraftspritze ersetzt und 1934 ein neuer Spritzenwagen angeschafft. In diesem Jahr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet, die die Nachfolge des 1898 gegründeten Trommler- und Pfeifenchors übernahm. Die neue Kapelle wurde von A. Köster geleitet und spielte zu allen festlichen Gelegenheiten auf. Dazu gehörte auch traditionell der Zapfenstreich auf dem Tanz in den Mai. 1963 musste zum ersten Mal darauf verzichtet werden, denn die Kapelle war aufgelöst, und die Musikinstrumente gingen 1969 an die Reinfelder Feuerwehr mit der Auflage bei der jährlichen Hauptversammlung aufzuspielen.

Kurz nach der Machtübernahme Hitlers kam es zu einer Umstrukturierung der Feuerwehren, sie wurden aufgelöst und mit neuen Satzungen und Bestimmungen neu gegründet. Sie unterstanden jetzt dem Amts- und Ortspolizeibezirk Rehhorst. Die Wehren in Rehhorst, Havighorst, Steinfeld, Pöhls-Willendorf wurden in die Neugründung der Amtsfeuerwehr Rehhorst als Löschzüge eingegliedert. Bereits seit März 1934 mussten Luftschutzübungen durchgeführt werden.

Wie auch schon im 1. Weltkrieg, waren während des 2. Weltkrieges viele Feuerwehrmänner eingezogen, so dass in den Dörfern selbst der Brandschutz nicht immer gewährleistet war. 1942 erhielt die Feuerwehr ihr erstes Feuerwehrauto mit Gerät, während in den anderen Orten noch Pferde die Spritzen ziehen mussten. Bei der Beschaffung spielte der 1933 ernannte Kreisfeuerwehrführer Walter David aus Rehhorst eine nicht unerhebliche Rolle. Mit diesem Fahrzeug musste die Wehr nach den Bombenangriffen auf Lübeck und Hamburg zum Löschen ausrücken. Während der Fahrten saß ein Kamerad als Luftbeobachter, „Luki” genannt, vorne auf dem Kotflügel. Auch bei diesen Einsätzen ging der Humor nicht verloren, wie folgende Anekdote zeigt:

Die Rehhorster Wehr hat ihre Spritze am Elbufer während der Flut (also bei hohem Wasserstand) in Stellung gebracht. Nach einigen Stunden sieht Kamerad Walter Griephan sen. bei Ebbe den niedrigen Wasserstand und stellt fest: ”Minsch, nu hebbt wi de halbe Elv leer pumpt!”.

Nach dem Krieg nahmen die Feuerwehren ihren alten Betrieb wieder auf, auch die Mitgliederzahlen stiegen. Bereits 1946 wurde die erste Generalversammlung abgehalten. Eine vorrangige Maßnahme bestand darin, das Spritzenhaus so umzubauen, dass das Feuerwehrauto ordnungsgemäß untergebracht werden konnte. Bis 1955 stand dieses Spritzenhaus an der Ecke des Grundstückes Up’n Knust 22 an der Einmündung der Pöhlser Straße. Dann wurde es von den Feuerwehrleuten abgetragen und auf dem von Friedrich Vagt gestifteten Grundstück Up’n Knust 29, unter Verwendung der alten Ziegelsteine innerhalb von drei Monaten ein neues Spritzenhaus.

Im Februar 1962 kam es in Hamburg zu einer Hochwasserkatastrophe. Wie viele andere Wehren aus Schleswig-Holstein wurden auch die Rehhorster Männer zum Auspumpen überfluteter Keller eingesetzt. Im Laufe der Jahre wurden die Feuerwehrwagen- und Geräte immer größer da die Anforderungen ständig gestiegen waren. 1964 konnte die Wehr mit einem „LF8” ihren „alten Schlitten” – einen Opel Blitz aus dem Jahr 1943 – ersetzen. Nach einem Umzug durch das Dorf wurde das Fahrzeug dem Wehrführer Heinz Tebelmann feierlich übergeben.

Auch die Ausstattung der Fahrzeuge selbst ist immer anspruchsvoller und umfangreicher geworden. Bereits 1970 erhielt die Rehhorster Wehr die ersten Atemschutzgeräte. 1988 konnte dank einer Spende des Kameraden Hugo Wackerow eine neue Tragkraftspritze gekauft werden, die auf den Namen „Hugo” getauft wurde.

Durch die sich immer steigernden Anforderungen an die Ausstattung und die Aufgaben mussten auch die Fahrzeuge immer größer werden – 1990 wurde anlässlich der 100-Jahrfeier der „LF8” durch einen „TSF” ersetzt.

Seit 2004 ist es ein „TSF-W”, das heißt, ein Fahrzeug mit Wassertank. Durch den Brand in der Gaststätte „Zur Post” 1982 verlor die Wehr ihren Versammlungsraum und zog jetzt zur Gaststätte „Zur Eiche” bzw. wich in das Sportlerheim aus. Man hatte also keinen eigenen Versammlungsraum – auch das Spritzenhaus war durch die ständige Aufrüstung von Fahrzeug und Geräten zu klein geworden. Anfang der 1990er-Jahre begann daher die Gemeinde ein Gemeinschaftshaus mit entsprechend großer Garage zu planen. 1994 konnte nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit das Gebäude bezogen werden. Dieses Haus wurde in viel Eigenleistung der Feuerwehr, aber auch des Sportvereins und der Kindergarteneltern sowie vieler Freiwilliger erbaut. Hier sind jetzt drei Hausherren unter einem Dach vereint, jedoch jeweils in eigenen Räumen.

Heute zeigt es sich, dass die Geräteräume und Garagen schon wieder zu klein sind, denn die Anforderungen an die Feuerwehren haben sich im Laufe der Jahre sehr verändert. Rückte man in den Anfangsjahren einem Feuer mit Feuerpatschen und einer Handspritze zu Leibe, so sind heute technisch komplexe Geräte und Löschfahrzeuge nötig. Auch die Ausbildung der Feuerwehrmänner – und seit Anfang der 1990er Jahr auch Feuerwehrfrauen – ist sehr aufwändig und anspruchsvoll. 1994 traten Annika Struck, die Tochter des heutigen Wehrführers Wolfgang Struck, und Simone Bock als erste Frauen der Feuerwehr bei. Sie folgten damit der Tradition, dass Nachkommen der Feuerwehrleute auch oft selbst aktive Mitglieder wurden.

Die Wehrführer seit 1890:

Gustav Lienau 1890 – 1893

August Prüße 1893 – 1896

Ernst Grimm 1896 – 1901

Emil Meyer 1901 – 1919

Rudolf David 1919 – 1934

Adolf Meyer 1934 – 1939

Paul Feddern 1939 – 1959

Heinz Tebelmann 1959 – 1971

Friedrich W. Gosch 1971 – 1982

Karl-Heinz Köster 1982 – 1992

Heinz Fietkau 1992 – 1995

Hans-Willi Vagt 1995 – 2004

Wolfgang Struck seit 2004

Einige Rehhorster Kameraden waren auch über Rehhorst hinaus für die Feuerwehr aktiv.

Walter David Kreisbrandmeister 1932 – 1945

Amtswehrführer 1947 – 1971

Rudolf David Amtswehrführer 1934 – 1938

Adolf Meyer Amtswehrführer 1939 – 1945

Heinz Tebelmann Amtswehrführer 1971 – 1983

Schon immer spielen die Feuerwehren eine große Rolle im sozialen und gesellschaftlichen Leben der Dörfer. Schon seit 1891 fand jährlich ein Feuerwehrball statt, zu dem auch „Zivilpersonen” kommen durften. Anfangs fand der Ball an „vaterländischen Gedenktagen” statt. Schon 1909 fanden die ersten Aufführungen statt, nach dem 1. Weltkrieg wurden daraus Theaterstücke unter der Leitung von Malermeister Behrens. Diese Tradition setzte sich fort. Der noch heute stattfindende Kommers war schon immer den Feuerwehrleuten und ihren „Damen” sowie den Fördermitgliedern und geladenen Gästen vorbehalten. Ab Anfang der 1930er-Jahre fanden keine Bälle statt und die Theatergruppe spielte jetzt auf dem Kommers. Neu war die Teilnahme an Sonnenwendfeiern.

Während der beiden Weltkriege wurde auf Feierlichkeiten verzichtet. Nach dem 2. Weltkrieg führte man 1946 den ersten Kommers mit Theaterstück durch, und seit 1950 findet wieder ein Ball „nach altem Brauch und Sitte” statt. Das heißt, die Wehr marschiert mit der Musikkapelle, vom Vereinslokal „Zur Post” in die Gaststätte „Zur Eiche”, dann folgt das Theaterstück bevor der Tanz beginnt.

Als fester Termin für die Folgejahre wurde der 30. April festgelegt. Der „Tanz in den Mai” endete oft erst in den frühen Morgenstunden – die letzten Tänze fanden auf der Straße statt. Der letzte traditionelle „Tanz in den Mai” fand 1991 statt – allerdings in den letzten Jahren ohne Theaterstück.

Die ersten Ausflüge wurden seit 1952 vom Ehepaar Frieda und Walter David organisiert und erfreuten sich über viele Jahrzehnte großer Beliebtheit. Erst seit 2008 werden sie nicht mehr angeboten. Aber noch immer ist die Feuerwehr für viele Veranstaltungen zuständig. Heute sind es das Laternenfest im Wechsel mit der Pöhlser Wehr, die Teilnahme am Ferienspaß, im Kindergarten findet Brandschutzfrüherziehung statt, und am Volkstrauertag steht man Ehrenwache. Im Rahmen des lebenden Adventskalenders findet die Abschlussveranstaltung bei der Feuerwehr statt. Die Unterstützung bei der Durchführung des jährlichen Vogelschießens ist ein weiterer Beitrag zum Gemeindeleben. Der Kommers ist immer noch eine wichtige Gelegenheit für alle Feuerwehrfrauen- und männer sich außerhalb aller Pflichten zu treffen.

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rehhorst

Leider gibt es so einen Anlass wie die 125 Jahrfeier nicht jedes Jahr und so bleibt dieser Tag wohl als einmaliges Erlebnis in Erinnerung. Die Halle von Hero Poppinga war im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Festhalle geworden. Wehrführer Wolfgang Struck begrüßte zahlreiche Gäste, allen voran den stellvertretenden Landrat Joachim Wagner. Er überreichte eine silberne Glocke als Ehrengabe des Landes Schleswig-Holstein und eine Ehrenurkunde, unterzeichnet von Ministerpräsident Torsten Albig.

 

Quelle: Drei Dörfer, eine Gemeinde: Die Chronik von Rehhorst

1. Auflage 2015

Alle Rechte vorbehalten.

Einsätze

Am Sonnatgmorgen, den 2. November 2025, wurde ein umgestürzter Baum auf der Straßenfläche des Teicher Wegs von einem Rehhorster Spaziergänger mit Hund gemeldet. Der Baum hing außerdem in der Telefonoberleitung, die es zwischen dem dünn besiedelten Voßkaten und Wormsbrook noch gibt. Mit 8 Leuten rückte die Feuerwehr an. Natürlich mit Kettensäge sowie weiterem Werkzeug. Zum Glück regnete und stürmte es nicht, sodass die Arbeit zu relativ guten Bedingungen erfolgte. Es wurde gesägt, gezogen, geschleppt und noch ein wenig aufgeräumt. Im Namen der Anlieger, Spaziergänger und Radfahrer ein großer Dank an die Feuerwehr.

Der Einsatz wurde dokumentiert von Monika Sintram-Meyer, selbst Anliegerin.

 Teicher Weg Baum in Leitung

 

 Teicher Weg Baum wird gesägt  

 Baum fällt 

 Teicher Weg geräumt 

 

 

 

 

Veranstaltungen