Rudolf David, Zweigstellenleiter der „Sparkasse des Kreises Stormarn”, Rehhorst und Friedrich Vagt sen., Eigentümer des Kolonialwarenladens und der Gaststätte „Zur Post”, gründeten 1930 den Sparclub. Dieser sollte jeden, auch jene mit geringem Einkommen, zum Sparen anregen, um kurz vor Weihnachten einen zusätzlichen „überraschenden” Geldsegen zu erhalten. Der Club sah sich auch als Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde, besonders im Winter und für Mitglieder, die keinem anderen Verein angehörten.
Die Sparkasse stellte einen Sparkasten zur Verfügung, der in der Gaststätte aufgehängt wurde. Jeder, der sparen wollte, hatte jetzt die Möglichkeit wöchentlich einen Beitrag in das für ihn vorgesehene Fach einzustecken. 5,00 DM waren damals der Mindestsatz. Das gesparte Geld wurde auf einem Konto bei der Sparkasse verwaltet. In der Adventszeit wurde es ausgezahlt und im Anschluss fand ein gemütliches Beisammensein statt. Die Zinsen und Strafgelder (sie wurden fällig, wenn das Sparen vergessen worden war), wurden als Zuschuss für das Essen verwendet. Dieses Sparclubessen ist bis heute für viele ein besonderes Ereignis im Laufe eines Jahres.
Auch während des zweiten Weltkrieges und der Währungsreform wurde gespart. Vorsitzender während dieser schwierigen Zeit war bis 1956 Hans Zander.
Ihm folgten Ewald Meyer bis 1968, Fritz Voß sen. bis 1980, Willi Feddern bis 2010. Z. Zt. hat Klaus-Dieter Gerritzen den Vorsitz. Ab 1976 begann für den Sparclub eine unruhige Zeit. Inge und Friedrich Vagt jun. verpachteten Gaststätte und Laden. Der Sparkasten hing abwechselnd in der Gaststätte, im Laden oder in der Poststelle. 1999 wurde der Sparkasten auf allgemeinen Wunsch der Sparer in der Gaststätte „Zur Eiche” aufgehängt.
Auch die Auszahlung des gesparten Geldes und das anschließende gemütliche Beisammensein fand, nachdem es in der Gaststätte „Zur Post” nicht mehr möglich war, an verschiedenen Orten statt: im „Dorfkrug” in Söhren, im „Altdeutscher Hof” in Reinfeld und „Zum Eckkrug” in Zarpen. Seit 1995 wird im Gemeinschaftshaus Rehhorst gefeiert. Der Sparclub „HOL UP’N DUTT” hat etwa 50 Sparerinnen und Sparer. Heute gibt es wegen fehlender Örtlichkeit und aus Sicherheitsgründen keinen Sparkasten mehr. Man zahlt jetzt monatlich am 1. Donnerstag des Monats zwischen 17:30 und 18:00 Uhr persönlich ein oder liefert vorher seinen Umschlag bei dem Kassierer ab.
Da ja nicht alle mit dem Plattdeutschen vertraut sind, liefert die Redaktion der Chronik gern eine Übersetzung für „HOL UP’N DUTT” – sie lautet sinngemäß: „Pack es auf einen Haufen”.
Ein Beitrag von: Willi Feddern 2008